Handball beim VfL Fredenbeck - 4.5 out of 5 based on 105 votes
Bewertung:  / 105
SchwachSuper 

 

Größte Erfolge:

Aufstieg 1988 in die 1. Bundesliga
Platz 6 1. Bundesliga
DHB-Pokal-Halbfinale 1995 (als Zweitligist)
2. Aufstieg in die 1. Bundesliga 1996

team-1979.jpg

Der VfL Fredenbeck spielte schon in den 70er Jahren auf hohem Niveau Handball, damals in der Oberliga/Nordsee. In der Saison 1979/80 gelang dem Team der Aufstieg in die Regionalliga/Nord (Foto oben).

Schnell startete der VfL durch und qualifizierte sich für die 1981 neu gegründete 2. Bundesliga. Parallel dazu wurde in Fredenbeck die Geestlandhalle gebaut, in der der VfL fortan vor 1.500 Zuschauern auftrat. In jener Zeit spielten bis auf Mane Skercevic (Foto unten) und Boban Selec nur Spieler aus Fredenbeck bzw. den umliegenden Dörfern in der 1. Mannschaft.

mane-skercevic.jpg

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte der VfL Fredenbeck am 14. Mai 1988. Nach dem zweiten Relegationsspiel beim TuS Schutterwald ist der VfL in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Mit dem Zug ging es zurück nach Fredenbeck, wo die Mannschaft am nächsten Morgen von Hunderten Fredenbecker Fans mit einem Auto-Korso durchs Dorf bis in das Festzelt neben der Geestlandhalle begleitet wurde.

In der 1. Liga startete der VfL mit zwei Siegen und stand sogar für einen Spieltag an der Tabellenspitze. Am Ende der Saison war Zbigniew (»Binjo«) Tluczynski mit 189 Treffern Torschützenkönig in der 1. Bundesliga. In den ersten beiden Jahren belegte man Platz neun. Die beste Platzierung war der 6. Platz in der Saison 1991/92. Christian Schwarzer spielte als 18-Jähriger beim VfL Fredenbeck. Später wurde er einer der erfolgreichsten Nationalspieler. Nach dem Mauerfall verpflichtete auch der VfL Fredenbeck viele Spieler aus dem Osten, z.B. Andreas Neitzel, Rüdiger Traub, Matthias Bölk, Olaf Pleitz, Jean Baruth oder Maik Heinemann. Jean Baruth war als Linksaußen des VfL Fredenbeck aktueller Deutscher Nationalspieler.

Im November 1993 verunglückte Fredenbecks damaliger Manager, Harald Uhding, bei einem Autounfall tödlich. In jener Saison ist der VfL 1994 in die 2. Bundesliga abgestiegen. Man stand vor einem Neuaufbau.

roger-kjendalen.jpg

Mit dem Norweger Roger Kjendalen (Foto oben) als Neuverpflichtung fehlte im Folgejahr nur ein Punkt zur Meisterschaft und dem damit verbundenen sofortigen Wiederaufstieg. Dafür sorgte der VfL im DHB-Pokal für Furore. Mit Hameln, Niederwürzbach, Nettelstedt und Bad Schwartau warfen die Niedersachsen als damaliger Zweitligist vier Erstligisten aus dem Rennen und qualifizierten sich somit für das Final-Four-Turnier in Hamburg. Obwohl der damalige Haupttorschütze, Roger Kjendalen, verletzungsbedingt pausieren musste, unterlag man im Halbfinale dem damaligen Erstligsten HSV Düsseldorf in letzter Sekunde nur ganz knapp mit einem Tor.

Eine Saison später später wurde der VfL mit sechs Punkten Vorsprung Meister der 2. Bundesliga. Das Handball-Dorf feierte den zweiten Aufstieg in die 1. Liga. Als Spieler mit dabei: Uwe Inderthal, der 2012 Trainer und 2013 zudem Geschäftsführer der Handball GmbH wurde. Nach dem Bosman-Urteil verstärkte sich auch der VfL Fredenbeck mit mehreren Spielern aus ganz Europa, z.B. mit Senjanin Maglajlija, Goran Stupar, Jaroslaw Frackowiak und Hedinn Gilsson. Am Ende der Saison fehlte jedoch ein Sieg zum Klassenerhalt in der 1. Bundesliga. Damals als Ex-A-Jugendlicher dabei: Hajo Klintworth, später Manager des VfL Fredenbeck.

In den folgenden Jahren etabierte sich der VfL in der 2. Bundesliga. In der Saison 2002/03 fehlte den Fredenbeckern ein Tor zum dritten Aufstieg in die 1. Bundesliga. Danach konnten die Spitzenplatzierungen nicht mehr gehalten werden. 2006 ist der VfL Fredenbeck in die Regionalliga abgestiegen, nachdem es zuvor auch finanzielle Probleme in der Handball GmbH gegeben hatte.

Der Neuaufbau der Mannschaft gelang mit jungen Talenten aus der Region und aus dem Hamburger Raum. Nach Platz zehn und zweimal Platz vier wurde der VfL in der Saison 2009/10 Vizemeister der Regionalliga/Nord. Das gesetzte Ziel, »Bundesliga für die Region«, war wieder greifbar nah. Zum Aufstieg in die 2. Bundesliga fehlte jedoch am Ende ein Sieg gegen Aschersleben.

Als in der folgenden Saison im Rahmen der neuen Staffeleinteilung die neue 3. Liga gegründet wurde, rutschte der VfL ab ins Mittelmaß. Das Niveau der neuen 3. Liga war fortan deutlich höher, denn aus allen bisherigen Regionalligen qualifizierten sich nur die besten Teams für die neue 3. Liga. Fredenbeck setzte jetzt verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. Mit Lukas Kraeft und Lars Kratzenberg schafften zwei A-Jugend-Spieler den Sprung in die 1. Mannschaft.

2013-09-26-heinemann.jpg

Ab der Saison 2012/13 musste Fredenbeck auf seinen langjärigen Spielmacher, Maik Heinemann (Foto oben), verzichten. Heinemann war dem VfL über 20 Jahre lang treu geblieben und war selbst als 42-Jähriger noch einer der besten Spielmacher der Liga. Als spektakuläre Neuverpflichtung meldete Fredenbeck bereits eine Saison zuvor den ehemaligen Zweitliga-Spieler, Maciek Tluczynski, den Sohn von Zbigniew Tluczynski.

Nach mehreren knapp verlorenen Spielen drohte in der Serie 2012/13 der Abstieg in die Oberliga. Nach einer beeindruckenden Rückrundenserie schaffte der VfL am letzten Spieltag vor über 1.100 Zuschauern mit einem Sieg gegen Minden II den Klassenerhalt. Tluczynski trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde mit 221 Treffern der erfolgreichste Werfer im Team des VfL Fredenbeck.

Um nicht erneut eine Zitter-Saison erleben zu müssen, verpflichtete der VfL für die Saison 2013/14 den Polen Robert Kieliba. Der 29-jährige Rückraumspieler sammelte bereits zwei Jahre lang Erfahrungen in der Champions-League. Doch schon im ersten Spiel beim THW Kiel II musste er mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ausfallen. Fredenbecks Saisonstart missglückte durch zwei Niederlagen mit jeweils einem Tor. Anschließend fielen auch die Stammspieler Maciek Tluczynski, Ghennadii Golovici, Benedict Philippi und Birger Tetzlaff aus. In der Rückrunde holte der VfL unter dem neuen Trainer Andreas Ott Punkt um Punkt auf. Am letzten Spieltag hatte man die Chance zum direkten Klassenerhalt mit einer Niederlage gegen den HSV Lemgo II verpasst. Anschließend ging es in die Relegation, in der man mit einem Sieg über den HC Aschersleben den Klassenerhalt doch noch schaffte.

In der Saison 2014/15 hat der VfL Fredenbeck sein Ziel, rechtzeitig den Klassenerhalt perfekt zu machen, realisiert. Nach einem schwierigen Auftaktprogramm (der VfL hatte in den ersten Heimspielen die Spitzenteams zu Gast), legten die Fredenbecker einen beachtlichen Endspurt hin. Neun Heimspiele gab es in der Rückrunde, acht davon gewann der VfL. Am Ende belegte der VfL Fredenbeck den sechsten Platz und sicherte sich somit die Teilnahme am DHB-Pokal 2015/16.

In der Saison 2015/16 wurde der VfL Fredenbeck in der 3. Liga erstmals dem Westen zugeteilt. Die Niedersachsen starteten mit 10:0 Punkten und durften nach den Siegen in Leichlingen und Krefeld sogar von der Meisterschaft träumen. Die unglücklichen Niederlagen in Habenhausen und Altjührden warfen den VfL Anfang des Jahres 2016 zurück auf Platz zwei. Am Ende fehlte zur Meisterschaft nur ein Punkt. Am letzten Spieltag besiegte der VfL Fredenbeck als Vizemeister den Tabellenersten aus Leichlingen vor über 1.200 Zuschauern in der Fredenbecker Geestlandhalle mit 35:30. Auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtete der VfL Fredenbeck, da für das unerwartete »Abenteuer 2. Liga« das nötige Geld fehlte.

Viele ehemalige Bundesliga-Spieler des VfL Fredenbeck sind auch heute noch aktiv. In der vierten Herren spielen Gunnar Schmidt, Stefan Müller, Marc Treude, und Hajo Klintworth - allesamt ehemalige Bundesliga-Spieler des VfL Fredenbeck. In der dritten Mannschaft, die 2016 Meister in der Landesliga wurde, spielen noch ehemalige Bundesliga-Spieler, wie z.B. Birger Tetzlaff, Dennis Marinkovic oder Andree Brazkiewicz.

Text und Fotos: Jörg Potreck

Facebook-Video

zum Liveticker
zum Tippspiel
mehr Infos
zum Tippspiel
Hallenmagazine als PDF

 

Diese Geschäftsstelle des VfL

Öffnungszeiten: Mittwochs von 10.00 - 12.00 Uhr und donnerstags von 15.30 - 17.30 Uhr. Tel. 04149-8889. Mehr Infos 

Wer ist online

Aktuell sind 68 Gäste und keine Mitglieder online

Der VfL Fredenbeck e.V.

Der VfL Fredenbeck e.V. zählt zu den größten Sportvereinen im Landkreis Stade. Zwar ist der »Handball« das Aushängeschild des VfL Fredenbeck, doch meisten Mitglieder sind in den anderen Sportarten aktiv. Dazu zählen u.a. Tischtennis, Turnen, Gymnastik oder Judo. Rund 1.200 Mitglieder zählt der VfL Fredenbeck. Für den Sport stehen in unserem Dorf drei Sporthallen zur Verfügung. Das große Plus des VfL Fredenbeck sind die optimal ausgebildeten Übungsleiter.