Hermann Wiebusch feiert seinen 70.

  • Geschrieben von Jörg Potreck
  • 13 Sep
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HANDBALL-KEEPER

Hermann Wiebusch feiert 70.

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Hermann Wiebusch, Fredenbecker Urgestein und Torwartlegende, konnte am 29. August 2011 seinen 70. Geburtstag feiern. Seine Mannschaft richtete ihm (natürlich auch mit Hilfe der Spielerfrauen) eine gelungene Feier aus.

Inklusive Zeltauf- und Abbau mit Tischen, Stühlen und Dekoration, Speisenzubereitung, Getränkeausschank und Bedienung, “Ständchen”-Kapelle und Gratulation über den Rundfunk mit dem bekannten Handballlied “Wenn nicht jetzt, wann dann?”. 80 Gäste waren begeistert. Auf einem Treckeranhänger, dessen Aufbau der ehemaligen Wiebusch-Gaststätte “Zur Linde” nachempfunden ist und natürlich Zapfhahn usw. an Bord hat, war die Truppe am Morgen angerückt. Die Laudatio seines langjährigen Weggefährten Klaus Brokelmann war gleichzeitig eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Fredenbecker Handball.

Mein lieber Hermann! Große Firmen oder Institutionen geben für ihre leitenden Angestellten zu Jubiläen oder runden Geburtstagen gerne einen Empfang. Für Dich macht das zu Deinem 70. Geburtstag eine große Mannschaft, nämlich die Handball-Männermannschaft VfL Fredenbeck 4. Ich finde, das ist eine fantastische Idee. Es zeigt, dass die Jungs wissen, was sie an Dir haben; denn das ist schon etwas ganz Besonderes und wahrlich nicht Alltägliches: Da spielt ein Mann ca. 20 Jahre Leistungshandball und macht anschließend noch 35 Jahre in der Altherren-Mannschaft weiter - insgesamt also 55 Jahre im Handballtor! Ludwig Müller würde sagen: Der Kerl ist verrückt! Das ist seine Art, Komplimente zu machen und heißt soviel wie: Alle Achtung vor Deiner handballverrückten Lebensleistung! Und weil Du seit Jahren mit der Nr. 1 immer hinter den Spielern stehst, stehen heute die Spieler wie eine 1 hinter Dir! Mich haben sie dazu verdonnert, ein paar Worte zu sagen, so nach dem Motto: Mach du man, du kennst ihn länger.

Fangen wir also beim Namen an. Wiebusch - früher hieß das immer: Wer so heißt, muss ins Tor. Unser 2.Torwart war damals Dieter Wiebusch. Hermanns Schwester Marga machte bei den Deinster Frauen den Laden dicht und Tochter Petra beim VfL. Nur der ruhige, clevere Maik tanzte aus der Reihe. Er sagte sich: An “Vadders” komm ich eh nicht vorbei, ich versuch`s auf dem Feld - und dort ist er auch ein Guter geworden. Über Hermann schrieb damals die Zeitung: Hermann Wiebusch hielt auch die Bälle, die nicht zu halten waren! Oder: Hermann Wiebusch vernagelte seinen Kasten! Übrigens: Hermann war nicht immer so schlank wie heute. In Bremen wollte man ihn einmal gar nicht in den Aktiven-Eingang reinlassen. Da musste erst der Trainer kommen und bestätigen, dass Hermann Torwart ist - nach dem Spiel waren alle Zweifel ausgeräumt.

Ein aussagekräftiger Vierzeiler aus dem Jahre 1972 beschreibt Hermann so: Seit 13 Jahren in der Ersten dabei, im Vorstand ist er die Nr. 2 - im Tor als Bollwerk die Nr. 1 er trägt, seiner Hände Kraft sämtliche Rekorde schlägt. (Wer jemals in diesen “Schraubstock” geraten ist, weiß, was ich meine.) All seine Aktivitäten und Qualitäten fasst seine Irma in nur zwei Worten zusammen, wenn sie voller Stolz sagt: Mein Mann!

Aus meiner Sicht gibt es beim VfL Fredenbeck zwei legendäre Handball-Mannschaften. Die eine schaffte 1988 in Schutterwald den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das war die Mannschaft um Manager Harald Uhding und das Trainergespann Mane Skercevic und Ludwig Müller. Vielleicht sollte man die Namen der Spieler ruhig noch einmal nennen. Es waren: Binjo Tluczynski, Christian Schwarzer, Ulf Kreutzfeld, Thomas Koch, Stefan Müller, Ralf Uhding, Gunnar Schmidt, Frank Reiß, Matthias Schupp, Sven Marquardt sowie die Keeper Ulf Mäcker und Maik Hagemann. Das ganze Dorf - die ganze Region - war stolz wie Bolle!

Aber: Bereits 16 Jahre vorher, also 1972, trug sich eine weitere legendäre Mannschaft ins Geschichtsbuch des VfL Fredenbeck ein. Es war die Kaefer-Truppe `72 mit Betreuer Hans-Hinrich Ehlers! Diese Mannschaft schaffte erstmals den Aufstieg in die Regionalliga. Es war damals die zweithöchste deutsche Spielklasse und es war der Beginn des überregionalen Leistungshandballs des VfL Fredenbeck. Und Du, mein lieber Hermann, warst natürlich dabei!

Auch Deine Mitstreiter von damals seien hier noch einmal erwähnt. Es waren: Ludwig Müller, Hans Müller, Hermann Hinck, Willi Baaske, Manfred “Jocki” Jacobs, Willi Nahs, Dieter Woller, Eckhard Rieger, Wolfgang Isler, Dieter Wiebusch, Dieter Zentgraf und die beiden “Ausländer”, die kamen damals aus Harsefeld und Stade und hießen Ralf Giesler(ovic) und Klaus Brokelmann(ovic).

In der Regionalliga Nord spielten seinerzeit übrigens nur 10 Mannschaften. Zusammen mit den Parallelstaffeln und der Bundesliga gehörte also der VfL Fredenbeck zu den Top 50 in Deutschland! Über die damaligen Höhepunkte habe ich mich bei einer anderen Gelegenheit schon einmal ausgelassen. Da hieß es dann: “1972 - Auch damals wurden schon Schlachten geschlagen und ein Handballdorf stand stolz hinter dem Verein. Da zogen nämlich die Wiebusch, Müller, Hinck und Co. erstmals in Deutschlands zweithöchste Spielklasse ein! Mit drei Bussen nach Hannover, von dort mit dem Flieger über die DDR nach Berlin, doch erst nach einem Entscheidungsspiel in Hamburgs Halle Ritterstraße hatten wir die Berliner auf den Knien.

Das Dorf stand Kopf - sogar die Sirene schlug Alarm - und vor der “Fredenbecker Linde” zu Haus rollte man seinen “Helden” den Roten Teppich aus! Flensburg, Kiel, Neumünster, Wolfsburg und Hildesheim begannen fortan zu fluchen - ebenso Hamburg, Hannover und Berlin - alle mussten Fredenbeck auf der Landkarte suchen! Auch internationale Gegner machten seinerzeit in Fredenbeck fest, ob Ajax Kopenhagen, Partizan Belgrad und Elektromos Budapest oder Zagreb, MAI Moskau und die Stadtauswahl von Bukarest. Diverse Olympiasieger, Weltmeister und die Nationalmannschaft der Sowjetunion - sie alle kennen Fredenbeck und Hermann Wiebusch schon!”

Ja, es war wahrlich eine überaus erfolgreiche, ereignisreiche und unvergessliche Zeit! Diese Erinnerungen, mein lieber Hermann, kann uns keiner nehmen! Nach all diesen Höhepunkten ging es mit den erfolgreichen `72ern in der Altherrenmannschaft weiter und getreu dem Motto: Das einzig Beständige ist der Wechsel - spielten nach und nach unzählige Leute mit Dir in der AH-Mannschaft. Die Palette ist bunt, die Namen klangvoll und die Aufzählung nicht vollständig. Es gehörten u.a. dazu: Boban Selec, Prinz Hinni, Ralf Böhme, Wolfgang Tetzlaff, Manfred Bußian, Mane Skercevic, Knut Romeyke, Stefan Brune, Thomas Koch, Manfred Lillack, Zenek Lakomy, “Mangel” Sievert, Wilhelm Nodop, Ralf Uhding, Kurt Lichtmeß, Balazs Veer, “Paul” Vorberg, Uwe Bierstedt, Ralf Kraeft, Wolfgang Hilmer, Binjo Tluczynski, Helmut Sievers, Günter Tomforde, Detlev Oldenbostel, Diethard Lünser, Harald Szygula, Hannes Tomforde, Dieter Holst, Peter Münsterberg, Ralf Müller, Bolek Lewandowski, Manfred Kühlke, Walter Holst, Bernd Peters und Klaus Ehler...

Der Geist der `72er Mannschaft ist aber trotz des stetigen Wechsels über all die Jahre erhalten geblieben und dazu hast Du, mein lieber Hermann, erheblich beigetragen, denn nur eine Position war über 35 Jahre immer dieselbe: Mit der Nr.1 im Tor - Hermann Wiebusch!

Oftmals war Deine Zeit mehr als knapp, das besagt auch ein Dankeschön-Reim aus dem Jahr 1985. Irgendwie hatten wir mal wieder das Bedürfnis, Dir zu danken. Der Schiri pfeift und ruft zum Spielen, die “Blauen Jungs” zur Türe schielen. Wo bleibt er denn? Wann kommt er nur? Da eilt er auch schon über`n Flur: “Tag, Leute!” ruft er - und steht schon im Kasten, um unsere Deckung zu entlasten. Ist er in der Pause mal nicht zu sehen, saust er schnell nach Haus - muss den Braten umdrehn. Bei ihm heißt`s immer “volle Kanne”, haut erst den Gegner und dann die Schnitzel in die Pfanne!

Ja, Hermann, es ist schon eine Last, wenn Du keine Zeit nicht hast. Doch selbst, wenn der Stress fast unerträglich, Du machst es immer wieder möglich, und glaub`uns, an manchen “krummen” Tagen ist`s echt peinlich, Dich zu fragen! Schon lange lag`s uns auf dem Magen, Dir dafür einmal von ganzem Herzen DANKE zu sagen!

Deine VfL/AH

PS: Und wie geht das am Ende aus? Wir danken Dir und Du - gibst einen aus! Nun abschließend zu Deinen jetzigen Mitspielern, die Dir heute Deinen 70. Geburtstag ausrichten - gewissermaßen als i-Punkt auf Deine beispiellose Sportler-Laufbahn. Als sie anfingen Handball zu spielen, warst Du, Hermann, schon Torwart bei den Altherren. Und jetzt spielen sie selbst schon seit etlichen Jahren bei den Oldies und Du stehst immer noch in der Kiste hinter ihnen. Deshalb finde ich es toll, dass sie heute so hinter Dir stehen. Deine Jungs und Hannes Tomforde-Hannes, was macht der eigentlich? Trainer kann man nicht sagen - trainieren tun die nicht - können schon alles. Betreuer ist irgendwie zu wenig - ein guter Geist eben. Ich würde sagen: Diese “Nase” gehört einfach dazu! Mein lieber Hermann, für all Deine jetzigen und früheren Mitstreiter und ich glaube auch für alle, die dem Fredenbecker Handball zugetan sind, sage ich einem untadeligen Sportsmann, der sich um den VfL Fredenbeck verdient gemacht hat, ganz einfach Danke Anerkennung Gute Gesundheit und Herzlichen Glückwunsch!!!

Klaus Brokelmann

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Der VfL Fredenbeck e.V.

Der VfL Fredenbeck e.V. zählt zu den größten Sportvereinen im Landkreis Stade. Zwar ist der »Handball« das Aushängeschild des VfL Fredenbeck, doch meisten Mitglieder sind in den anderen Sportarten aktiv. Dazu zählen u.a. Tischtennis, Turnen, Gymnastik oder Judo. Rund 1.200 Mitglieder zählt der VfL Fredenbeck. Für den Sport stehen in unserem Dorf drei Sporthallen zur Verfügung. Das große Plus des VfL Fredenbeck sind die optimal ausgebildeten Übungsleiter.